Hannover, 14.01.2026– Die Lage im Iran spitzt sich weiter zu. Das Regime reagiert auf die landesweiten Proteste mit brutaler Gewalt: Demonstrierende werden attackiert, inhaftiert, gefoltert und getötet. Iran International geht inzwischen von 12.000 Toten aus. Nach den jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der von möglichen „letzten Tagen und Wochen“ der iranischen Staatsführung spricht, fordern die Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen nun entschlossenes politisches Handeln.
„Die Gewalt gegen die Bevölkerung ist erschütternd, und die Lage spitzt sich weiter zu“, sagt Greta Garlichs, Landesvorsitzende der GRÜNEN Niedersachsen. „Das Regime versucht, Druck aufzubauen und die internationale Kritik zu unterdrücken. Gerade deshalb müssen wir hinsehen und handeln.Ich frage mich, wo der Bundeskanzler und der Außenminister in diesen Tagen bleiben.Das ist nicht nur eine Frage der Außenpolitik, das betrifft uns hier direkt. Wir stehen auch in der Verantwortung gegenüber der iranischen Community hier bei uns, die um ihre Familien fürchtet. Insbesondere die Frauen im Iran gehen jeden Tag an ihre Grenzen, riskieren Freiheit und Leben. Ich erwarte eine sichtbare und konsequente Unterstützung der Bundesregierung.“
Maximilian Strautmann, Landesvorsitzender der GRÜNEN Niedersachsen, ergänzt: „Die Bundesregierung hat lange gezögert. Dass jetzt klarere Worte fallen, ist richtig, aber sie kommen spät“, sagt Strautmann. „Zwei Wochen Schweigen angesichts massiver Gewalt sind ein politisches Versäumnis. Es reicht nicht, Gewalt nur zu verurteilen. Es braucht jetzt konkrete Schritte: Sanktionen gegen die Verantwortlichen, die Unterstützung der Zivilgesellschaft und die Umsetzung der angekündigten EU-Terrorlistung der Revolutionsgarde. Deutschland und Europa dürfen nicht länger abwarten. Jetzt geht es darum, den Druck auf das Regime zu halten und zu verstärken.“
„Es geht darum, die Menschen im Iran in ihrem Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung zu bestärken, nicht ihnen von außen etwas aufzuzwingen“, erklärt Garlichs. „Veränderung muss aus dem Land selbst kommen. Aber ob diese mutige Bewegung eine Chance bekommt, hängt auch davon ab, ob Deutschland und Europa jetzt Haltung zeigen und die Protestierenden sichtbar unterstützen. Nicht zuletzt sollte es auch im Interesse der Weltgemeinschaft liegen, wenn der Iran sich zu einem demokratischen Staat entwickelt“, sagt Strautmann abschließend.