Beschluss der LDK in Emden am 25./26. April 2026
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen setzen sich dafür ein, die Gemeinwesenarbeit
(GWA) als ein wichtiges Instrument für sozialen Zusammenhalt, demokratische
Teilhabe und gesellschaftliche Resilienz strategisch weiterzuentwickeln und
strukturell zu stärken.
Dazu sollen insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
1. Landesweiter Entwicklungsprozess für Gemeinwesenarbeit und Community
Organizing
Wir fordern die Initiierung eines landesweiten, strukturierten Prozesses zur
Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit. Dieser Prozess soll Akteur*innen aus
Kommunen, Wissenschaft und Praxis der Gemeinwesenarbeit zusammenbringen. Ziel
ist es zu prüfen, ob und wie Gemeinwesenarbeit perspektivisch gesetzlich
verankert werden kann und wie der Übergang von kurzfristiger Projektförderung
hin zu nachhaltigen, verlässlichen Strukturen der Selbstorganisation in den
Quartieren und im ländlichen Raum gelingt.
Denn erfolgreiche Projekte dürfen – gerade in Zeiten angespannter kommunaler
Haushalte – nicht wegbrechen.
2. Förderung nachhaltiger GWA-Strukturen
Wir setzen uns für eine gezielte Förderung modellhafter Verstetigung der
Strukturen der Gemeinwesenarbeit auf kommunaler Ebene ein.
Dazu fordern wir eine Aufstockung der Mittel für Gemeinwesenarbeit über das
Niedersächsische Wohnraum- und Wohnquartierfördergesetz (NWoFG) um mindestens 1
Million Euro für die gezielte Förderung von Projekten, die langfristige,
verstetigte Strukturen statt kurzfristiger Maßnahmen aufbauen, sowie eine
wissenschaftliche Begleitung, um Wirksamkeit, Übertragbarkeit und Skalierung
sicherzustellen.
Zugleich müssen die bereitgestellten Mittel in ihrer realen Wirkung gesichert
werden. Daher setzen wir uns für einen Mechanismus zum Inflationsausgleich ein,
damit steigende Kosten nicht zu einer schleichenden Aushöhlung bestehender
Strukturen führen.
3. Klimaschutz, Gemeinwesenarbeit und Community Organizing verbinden
Wir wollen die Verbindung von Klimaschutz und Gemeinwesenarbeit systematisch
stärken.
Dazu gehört: die politische und finanzielle Förderung von Lernprozessen zu
Klimaschutz durch Gemeinwesenarbeit, insbesondere in Quartieren, die stärkere
Verknüpfung von sozialer Infrastruktur, Beteiligung und ökologischer
Transformation sowie die Erschließung neuer, innovativer Finanzierungswege für
GWA, etwa über Energiegenossenschaften, lokale Beteiligungsmodelle oder Umlagen
im Energiebereich, wie z. B. Stromtrassenumlagen.